Welche Stretchfolie ist die richtige? | Stretchfolienprofi

Welche Stretchfolie ist die richtige?

Welche Stretchfolie ist die richtige? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Entscheidend sind unter anderem die Art der Verarbeitung, Gewicht und Form der Ladeeinheit, die benötigte Stabilität sowie besondere Anforderungen wie Sichtschutz, Kennzeichnung oder Belüftung.

Auch die Folienstärke allein sagt noch nicht aus, wie gut eine Stretchfolie für eine bestimmte Palette geeignet ist. Dehnfähigkeit, Rückstellkraft, Durchstoßfestigkeit und die richtige Verarbeitung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Diese Auswahlhilfe zeigt Ihnen, welche Kriterien bei Handstretchfolie, Maschinenstretchfolie und Spezial-Stretchfolie wirklich entscheidend sind.

Welche Stretchfolie für welchen Einsatz?

Der erste Schritt bei der Auswahl ist die Frage, wie die Folie verarbeitet werden soll.

Handstretchfolie

Für das manuelle Einstretchen von Paletten, Kartons und Verpackungseinheiten.

Besonders geeignet bei kleineren Mengen, wechselnden Palettentypen oder dezentralen Verpackungsplätzen.

Handstretchfolie ansehen ›

Maschinenstretchfolie

Für die Verarbeitung auf Stretchmaschinen und Palettenwicklern.

Besonders interessant bei regelmäßig größeren Palettenmengen und reproduzierbaren Wickelprozessen.

Maschinenstretchfolie ansehen ›

Spezial-Stretchfolie

Für besondere Anforderungen wie Sichtschutz, Kennzeichnung, Belüftung oder spezielle Verpackungsaufgaben.

Spezial-Stretchfolien ansehen ›

Welche Stärke sollte Stretchfolie haben?

Die Stärke einer Stretchfolie wird häufig in µm beziehungsweise my angegeben. Ein Wert von 20 my entspricht beispielsweise einer Folienstärke von 20 Mikrometern.

Häufig verwendete Stärken sind beispielsweise 17, 20 oder 23 my. Bei Maschinenstretchfolie gibt es je nach Folientyp und Anwendung auch dünnere Varianten.

Wichtig: Mehr my bedeutet nicht automatisch bessere Stretchfolie

Zwei Folien mit identischer Stärke können sich in Dehnfähigkeit, Durchstoßfestigkeit, Rückstellkraft und Materialqualität deutlich unterscheiden.

Deshalb sollte die Folienstärke immer zusammen mit der Anwendung und den Eigenschaften der Folie betrachtet werden.

Folienstärke Typische Orientierung Worauf achten?
ca. 12–15 my Dünnere beziehungsweise leistungsfähige oder vorgereckte Folien für geeignete Anwendungen. Folienqualität und Ladeeinheit sind besonders entscheidend. Nicht allein nach der Stärke auswählen.
ca. 17 my Häufig für leichtere bis normale Verpackungsaufgaben. Form, Gewicht und Kanten der Ladeeinheit berücksichtigen.
ca. 20 my Häufig eingesetzte Allround-Stärke für viele unterschiedliche Verpackungsaufgaben. Die tatsächliche Eignung hängt weiterhin von Folientyp und Packgut ab.
ca. 23 my und stärker Kann bei höheren Belastungen oder schwierigeren Ladeeinheiten sinnvoll sein. Eine stärkere Folie ersetzt keinen stabilen Palettenaufbau und keine passende Wickeltechnik.

Die Angaben dienen als Orientierung. Moderne Hochleistungsfolien können trotz geringerer Stärke Eigenschaften erreichen, für die bei einer anderen Folienqualität eine deutlich stärkere Folie notwendig wäre.

Welche Stretchfolie eignet sich für schwere Ladungen?

Bei schweren oder instabilen Ladeeinheiten kommt es besonders auf die mechanischen Eigenschaften der Folie an.

Neben der Folienstärke sind unter anderem Durchstoßfestigkeit, Reißfestigkeit, Dehnfähigkeit und Rückstellkraft relevant.

Auch scharfkantige Kartons, hervorstehende Produkte oder unregelmäßig aufgebaute Paletten erhöhen die Belastung für die Stretchfolie.

Deshalb sollte eine Folie für schwere Ladungen nicht ausschließlich anhand der Angabe 20 oder 23 my ausgewählt werden.

Bei schweren Paletten prüfen

Gewicht und Höhe der Ladeeinheit

Form und Stabilität der Packstücke

Scharfe Kanten und hervorstehende Teile

Transport- und Lagerbelastung

Hand- oder Maschinenverarbeitung

Was ist vorgereckte Stretchfolie?

Vorgereckte Stretchfolie wird bereits während der Herstellung gedehnt. Dadurch muss beim späteren Verarbeiten weniger Kraft aufgewendet werden als bei einer Folie, die erst beim Wickeln stark gedehnt wird.

Mögliche Vorteile

Leichtere manuelle Verarbeitung und ein kontrollierter Folieneinsatz können je nach Anwendung Vorteile sein.

Besonders beim Handstretchen kann vorgereckte Folie interessant sein, wenn eine einfache und gleichmäßige Verarbeitung gewünscht ist.

Nicht für jede Anwendung automatisch besser

Vorgereckte Folie besitzt weniger zusätzliche Dehnreserve als eine Folie, die erst während der Verarbeitung stark gereckt wird.

Welche Variante sinnvoller ist, hängt deshalb vom Packgut und dem gewünschten Wickelergebnis ab.

Maschinenstretchfolie und Vordehnung

Bei Stretchmaschinen spielt nicht nur die Folie selbst, sondern auch das verwendete Stretchsystem eine wichtige Rolle.

Je nach Maschine kann die Folie vor dem Aufbringen auf die Palette unterschiedlich stark gedehnt werden. Maschinenstretchfolie und Vordehnsystem sollten deshalb aufeinander abgestimmt sein.

Eine Folie, die für eine bestimmte Vordehnung ausgelegt ist, muss nicht automatisch auf jeder Stretchmaschine die gleichen Ergebnisse liefern.

Stretchmaschinen ansehen ›

Transparente, schwarze oder farbige Stretchfolie?

Transparente Stretchfolie

Ermöglicht die Sicht auf Produkte, Etiketten und Kennzeichnungen innerhalb der Ladeeinheit.

Bei Barcodes hängt die Lesbarkeit zusätzlich von Folienqualität, Anzahl der Folienlagen, Reflexionen und Position des Etiketts ab.

Schwarze Stretchfolie

Wird eingesetzt, wenn der Inhalt der Palette nicht direkt sichtbar sein soll.

Sie kann beispielsweise als Sichtschutz bei empfindlichen oder hochwertigen Waren dienen.

Farbige Stretchfolie

Farben können im Lager oder Versand zur einfachen visuellen Kennzeichnung verschiedener Waren, Bereiche oder Prozesse verwendet werden.

Castfolie oder Blasfolie – wo liegt der Unterschied?

Stretchfolie kann mit unterschiedlichen Herstellverfahren produziert werden. Zu den verbreiteten Verfahren gehören Cast- und Blasfolien.

Castfolie

Castfolien zeichnen sich typischerweise durch eine hohe Transparenz und ein vergleichsweise leises Abrollverhalten aus.

Sie werden für viele klassische Stretchanwendungen eingesetzt.

Blasfolie

Blasfolien können je nach Aufbau besonders widerstandsfähig gegenüber hohen mechanischen Belastungen und Durchstoßbeanspruchung sein.

Eigenschaften wie Transparenz und Abrollgeräusch können sich von Castfolien unterscheiden.

Welche Herstellungsart besser geeignet ist, hängt von der konkreten Anwendung und der jeweiligen Folienrezeptur ab. Das Herstellverfahren allein entscheidet nicht über die Qualität.

Diese Faktoren entscheiden bei der Auswahl

1. Hand oder Maschine?

Handstretchfolie und Maschinenstretchfolie sind für unterschiedliche Verarbeitungsverfahren ausgelegt.

2. Gewicht und Aufbau der Palette

Eine leichte Kartonpalette stellt andere Anforderungen als eine schwere oder unregelmäßig aufgebaute Ladeeinheit.

3. Folieneigenschaften

Stärke, Dehnfähigkeit, Rückstellkraft und Widerstandsfähigkeit müssen zur Anwendung passen.

4. Zusätzliche Anforderungen

Sichtschutz, Kennzeichnung, Transparenz, Belüftung oder besondere Umgebungsbedingungen können spezielle Folien erforderlich machen.

Die beste Stretchfolie funktioniert nur richtig verarbeitet

Selbst eine hochwertige Stretchfolie kann ihr Potenzial nur ausschöpfen, wenn Folienspannung, Überlappung und Wickelablauf zur Ladeeinheit passen.

Wie eine Palette sinnvoll eingestretcht wird, erklären wir ausführlich in unserem Praxis-Ratgeber.

Palette richtig stretchen – Schritt für Schritt ›

Häufige Fragen zur Auswahl von Stretchfolie

Welche Stretchfolie ist besonders reißfest?

Die Reißfestigkeit lässt sich nicht allein an der Folienstärke erkennen. Materialaufbau, Herstellverfahren, Dehnung und Durchstoßfestigkeit beeinflussen die Widerstandsfähigkeit einer Stretchfolie ebenfalls.

Welche Stretchfolie eignet sich für schwere Paletten?

Bei schweren Ladeeinheiten sollten Folienstärke, Rückstellkraft und Widerstandsfähigkeit gemeinsam betrachtet werden. Auch Palettenaufbau, Kanten und Wickelverfahren sind entscheidend.

Ist 23 my Stretchfolie immer besser als 17 oder 20 my?

Nein. Eine stärkere Folie ist nicht automatisch besser. Hochwertige oder leistungsfähige Folien können auch bei geringerer Stärke sehr gute Eigenschaften besitzen. Entscheidend ist immer die konkrete Anwendung.

Was ist der Unterschied zwischen Hand- und Maschinenstretchfolie?

Handstretchfolie ist für die manuelle Verarbeitung ausgelegt. Maschinenstretchfolie wird auf Stretchmaschinen eingesetzt und muss zu deren Wickel- und Vordehnsystem passen.

Welche Stretchfolie ist für Barcodes geeignet?

Eine transparente Folie ermöglicht grundsätzlich die Sicht auf Etiketten und Barcodes. Ob ein Barcode durch die Folienwicklung zuverlässig gelesen werden kann, hängt jedoch unter anderem von Transparenz, Reflexionen, Anzahl der Folienlagen und Position des Codes ab.

Wann ist vorgereckte Stretchfolie sinnvoll?

Vorgereckte Stretchfolie kann insbesondere bei manueller Verarbeitung interessant sein, wenn ein geringerer Kraftaufwand und eine kontrollierte Folienverarbeitung gewünscht sind. Die Eignung hängt jedoch von der jeweiligen Ladeeinheit ab.

Sie sind bei der Auswahl Ihrer Stretchfolie unsicher?

Nennen Sie uns Ihre Ladeeinheit, das Palettengewicht, die bisher verwendete Folie und die Art der Verarbeitung. Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl einer passenden Lösung.

Telefon: +49 (0) 8374 325 90 80
Montag bis Freitag, 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr

* zzgl. Versandkosten